Eine Dauerwelle ist eine chemische Haarbehandlung, die für bleibende Locken und Fülle sorgt. Jede Dauerwelle besteht aus zwei Schritten: einem technischen Teil – dem Setzen der Wickler – und dem chemischen Bad, das die Verbindungen im Haar bricht und wieder zusammensetzt. Was schwierig scheint, ist es nicht und kann mit ein bisschen Vorsicht und Fingerspitzengefühl auch selber zu Hause gemacht werden. Eine Anleitung und Tipps zum Selbermachen findest Du hier.

3 Wellen zur Auswahl

Die „kalte Welle“ (alkalische Dauerwelle) gibt es seit Beginn des letzten Jahrhunderts. Davor war das dauerhafte Wellen der Haare ein zeitaufwändiger und äußerst strapaziöser Vorgang. Die kalte Welle ist ein sehr schneller Prozess mit einer starken Chemikalie, die die Locken in gerade einmal 15 Minuten fixiert.

Die „saure Welle“ (säurebalancierte Dauerwelle) braucht Wärme und eine etwas längere Einwirkzeit. Früher saß man hierfür unter der Trockenhaube. Heute wird die Wärme durch eine chemische Reaktion innerhalb der Rezeptur erzielt.

Zwischen kalter und saurer Welle liegt die exothermische Dauerwelle. Diese ist selbstregulierend: hinsichtlich Einwirkzeit und Wärmeentwicklung. Dies ist für den Laien vermutlich die einfachste Form der Dauerwelle, denn sie „schaltet“ von selbst „ab“, wenn alle Prozesse abgeschlossen sind.

6 Tipps vorab

  1. Egal, für welche Dauerwelle Du Dich entscheidest – sie wird immer, ohne Ausnahme auf sauberes, nasses Haar aufgetragen.
  2. Die Menge und Richtung der Locken hängt von der Größe und Anordnung der Wickler ab. Je kleiner die Wickler, desto dichter die Kräuselung.
  3. Fransige oder abgeknickte Spitzen – sogenannte „Angelhaken“ – sind das Ergebnis einer schludrigen Wickeltechnik. Spitzen- oder Dauerwellpapier ist unverzichtbar und muss tief genug hinab gezogen werden, um die Haarenden glatt einzufangen.
  4. Lies und befolge stets die Packungsanleitung genau – ein falscher Schritt kann Deine Dauerwelle ruinieren.
  5. Warte mit Deiner Heimdauerwelle, bis eventuelle Verletzungen der Kopfhaut oder Ausschläge abgeheilt sind.
  6. Wasch Deine Haare erst wieder 48 Stunden NACH Deiner Dauerwelle, um die Sprungkraft Deiner Locken nicht zu verlieren.

Welche Utensilien werden benötigt?

  • Heim-Dauerwell-Set
  • Shampoo
  • Handtücher
  • Friseurumhang
  • Haarclips
  • Lockenwickler
  • Spitzenpapier
  • Stielkamm
  • Sprühflasche mit Wasser
  • Vaseline
  • Watte (Strang, nicht Bällchen)
  • Leave-in-Conditioner (Pflegespülung ohne Ausspülen)

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die selbstgemachte Dauerwelle

Schritt Eins: Waschen und Abteilen

Wasch das Haar zweimal mit einem tiefenreinigenden Shampoo. Verzichte auf Pflegespülung oder andere Produkte, damit Dein Haar die Dauerwelllotion aufnehmen kann. Die Haare sollten nicht mehr tropfen, doch nass sein. Teile das Haar in neun Partien ab. Die Partien sollten etwas kürzer als die Länge der gewählten Lockenwickler sein.

Schritt Zwei: Aufdrehen

eingedrehte Lockenwickler für Dauerwelle zu HauseBeginn bei der ersten Partie (Scheitel, Mitte) und teil eine Strähne ab – etwa so dick wie Dein Wickler. Kämm das Haar glatt und leg ein Spitzenpapier um die Strähne, etwa ein Drittel vom Ende entfernt. Sprüh die Haarsträhne mitsamt Papier gut feucht, so dass das Spitzenpapier die Haare gut „greift“, und schiebe das Papier entlang der Strähne bis über die Spitzen hinab.

Leg das überstehende Spitzenpapier um den Lockenwickler und drehe ihn gleichmäßig nach „unten“ ein. Mit Deinem Stielkamm kannst Du widerspenstigem Spitzenpapier ggf. nachhelfen, indem Du seitlich den Stiel zwischen Wickler und Haar einführst und in Wickelrichtung um den Lockenwickler streichst. Sichere den Wickler mit angebrachtem Gummi oder einer Haarnadel. Teil dann die nächste Strähne unterhalb der ersten ab und wiederhole den Vorgang.

Fahr mit Partie Zwei (Mitte Nacken), dann Partien Drei und Vier (Scheitel rechts, Nacken rechts), Fünf und Sechs (Scheitel links, Nacken links), Sieben (Seite rechts), Acht (Seite links) und Neun (Deckhaar) fort. Dreh das Haar stets nach „unten“ ein – zum Genick in den hinteren Partien, zu den Ohren an den Seiten und zum Gesicht im oberen Bereich. Wird das Haar während des Aufdrehens zu trocken, sprühe es großzügig mit Wasser ein.

Schritt Drei: Fixieren, Neutralisieren und Ausspülen

Sind alle Wickler am Platz, trage eine kleine Menge an Vaseline entlang des Haaransatzes auf. Leg einen Wattestrang darüber – die Vaseline dient als „Kleber“ – und klemme ihn hinter den Ohren fest. Durchfeuchte nun sorgfältig jeden Wickler einzeln mit der Dauerwelllösung.

Warte die laut Hersteller vorgegebene Einwirkzeit ab. Spüle die Haare auf den Wicklern mit lauwarmem bis kaltem Wasser aus und tupfe die Haare trocken. Trag nun ebenso sorgfältig die Neutralisierlösung auf. Entferne vorsichtig die Lockenwickler, ohne an den Haaren zu ziehen. Gib alle restliche Neutralisierlösung aufs Haar und massiere sie sanft in Kopfhaut und Haare ein.

Spüle das Haar gründlich aus – NICHT schamponieren! Wenn vom Hersteller vorgegeben – und NUR dann – kannst Du einen Leave-in-Conditioner auftragen. Andernfalls bleiben die Haare für die nächsten 48 Stunden unbehandelt. Lass die Haare lufttrocknen und verzichte auf Föhn, Bürste und Kamm – et voilà, die selbstgemachte Dauerwelle ist fertig!

Bildquelle: Headerbild © Vitaly Valua @ photodune.net | perm © schankz @ photodune.net

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